"Ihre Katze hat Diabetes"

keine gute Nachricht für einen Katzenfreund. Bei unserer Malou, einer Norwegischen Waldkatze, war es am 8. August 2016 so weit und nach dem Anruf aus der Tierarzt-Praxis hat sich das Leben schlagartig umfangreich geändert. Wichtig wurden plötzlich Begriffe wie Futteranalyse, Gewicht, Blutzuckerkurve, Nadir und Insulin.
Die Diagnose war eindeutig, der Laborwert für die Fructosamine wurde beim großen Blutbild mit 623 mikromol/l statt maximal 340 festgestellt, der Blutzuckerwert lag bei 400 mg/dl, bei einem Grenzwert von 200 mg/dl.

Die Entstehung: Malou wurde auffällig durch schlechtes Fressen, ausgeprägten Mundgeruch und relativ starkes Speicheln. Die Untersuchung ergab einen faulen Zahn und eine akute Schleimhautentzündung (Stomatitis), also entzündetes, blutiges Zahnfleisch - kein schöner Anblick. Unsere Tierärztinnen haben den Zahn gezogen, die Zähne per Ultraschall gereinigt und sofort eine Antibiose eingeleitet, leider ohne Erfolg. Auch ein alternatives Antibiotikum blieb wirkungslos.
Malou wurde im Mai 2005 geboren und ist zeitlebens ein eher untergewichtiges Tier. Obwohl sie als Norwegische Waldkatze zu einer schwergewichtigen Rasse gehört, wog sie adult nie mehr als 3,5 bis 3,9 kg und hatte nie "Reserven" für schlechte Zeiten. Wir haben uns deshalb entschlossen, so schnell wie möglich Malou wieder eine normale Nahrungsaufnahme zu ermöglichen und trotz des uns bekannten Diabetes-Risikos begonnen, mit Cortison gegen die Stomatitis vorzugehen. Die Erfolge waren schnell sichtbar und innerhalb weniger Wochen sah das Zahnfleisch schon wieder ganz akzeptabel aus. Sicherheitshalber bekam Malou vor unserem Urlaubsantritt Mitte Juli noch eine letzte Injektion, um sicherzugehen, dass während unserer Abwesenheit kein Rückfall eintritt.
Nach der Rückkehr Anfang August bot sich uns ein trauriges Bild. Malous Fell war stellenweise glänzend fettig und struppig, die Katze war fast apathisch, an Futter oder Spielzeug völlig desinteressiert und putzte sich übverhaupt nicht mehr. Eine sofortige Blutanalyse brachte dann das obige Ergebnis.

Die Therapie: Sofort nach der Diagnose wurden wir von unseren Tierärztinnen ausführlich über das Krankheitsbild "Diabetes" aufgeklärt und in die Techniken von Blutzuckertest und Insulininjektion eingewiesen. Unter Anleitung mussten wir erstmalig unserem Tier per Stich ins Ohr einen Bluttropfen abnehmen und mit einem Gerät namens Petcheck den Zuckerwert bestimmen - er lag am Tag zwei bei 314 mg/dl. Der Stich ins Ohr und auch die anschließende Injektion haben anfangs doch einige Überwindung gekostet, wurden aber mit der Routine der nächsten Tage und Wochen immer leichter und normaler. Malou hat es uns mit ihrer Engelsgeduld aber auch extrem leicht gemacht (s. auch Video zum Hometesting unter  http://hornbill.de/pages/katzodrom/katzodrom-videos.php   - anklicken  ).

Eine extrem wichtige Hilfestellung kam von unseren Tierärztinnen Annette Arnicke und Rita Meschede aus Osnabrück, die uns permanent unterstützt haben und per WhatsApp immer erreichbar waren, um bei unklaren Situationen sofort den richtigen Rat geben zu können. Vielen Dank!! Link zur Praxis-Seite http://www.tierarzt-osnabrueck.de/index.html

Die Analysen und Bemerkungen zu den ersten vier Wochen versuche ich mal, als pdf-Datei aufrufbar zu machen: http://hornbill.de/media/pdf_files/Katzen_pdf/Malou_BZ_2016_09_01.pdf

Dazu noch ein erster Teil der Sammlung der Wertepaare (100 Messwerte) der beiden von mir genutzten Messgeräte Petcheck und Glucomen LX http://hornbill.de/media/pdf_files/Katzen_pdf/Blutzuckerger%C3%A4te_Test.pdf

- wird fortgeführt -